Info vorab: Im Text gibt es Links, die zu meinem Blogparter chalkr.de führen. Wer dies nicht mag, muss jetzt nicht weiterlesen.

Die Pilastro am 2. Pfeiler der Tofana di Rozes ist sicher einer der Extremklassiker in den Dolomiten. Steiler, fester Fels, eine relativ gute Absicherung für Dolomiten-Verhältnisse, bequemer Zu- und Abstieg sowie die südseitige Ausrichtung sind sicher die Vorteile dieser Klettertour. Zumal im Vergleich zu dem recht klein wirkenden 2. Tofanapfeiler das übrige Tofanamassiv sehr wuchtig ist und noch viele viele andere Touren jedes Kalibers bereithält.

 

Vorab sei ein subjektiver Eindruck erlaubt: Die im Topo vermeintlich schweren Längen fanden wir nicht so schlimm, die eher leichten Riss- und Verschneidungslängen hingegen relativ anspruchsvoll.

Der Einsteig ist sehr markant bereits vom Parkplatz zu sehen und einfach zu finden: Auf breitem Weg in Richtung Rifugio Giussani und auf Höhe von ca. 2230m westlich auf Steigspuren unter die Wand queren. An der Wand entlang bis zum 2. Pfeiler queren und über ein markantes Einstiegsband bis zum Einstieg bei einer offensichtlichen Verschneidung.

Ich verzichte auf eine detaillierte Tourenbeschreibung, da ist bereits in diversen Online-Foren genügend drüber veröffentlicht worden.

An dieser Stelle seinen folgende Anmerkungen zur Absicherung gegeben (Infostand September 2018).

  • Die Tour ist mit Normalhaken in unterschiedlicher Qualität bestückt. Wir hatten Hammer und Haken dabei, und würden dies auch wieder so machen.
  • An den Standplätzen unmittelbar vor der schwersten Länge (der ersten Schlüsselseillänge) steckt 1 BH.
  • Bohrhaken an den Ständen findet man im weiteren Verlauf bis zum Stand vor der letzten schweren Dachlänge (2. Dach).
  • Ein Zwischen-BH steckt in der schwersten Länge.

Materialempfehlung neben dem Standardalpinzeugs:

  • ca. 15 Exen (auch veränderbare)
  • Cams von Gr. 0,3 – 3
  • Hammer und Haken
  • Haulbag bzw. Rucksack nachziehbar, hier macht es ggf. Sinn mit einem Einfachseil zu klettern und eine 50m-Reepschnur oder Halbseil zum Nachziehen mitzunehmen. Gerade bei ernsthaften Freikletterambitionen vielleicht keine schlechte Idee. Und im Notfall stehen 50m volle Abseillänge zur Verfügung.

Folgende Tipps zur Routenfindung bzw. zu den Standplätzen:

  • Die 2. Seillänge quert recht anspruchsvoll schräg zum Riss nach rechts hinauf. Am besten vom 1. Stand ca. 3-4m hoch klettern und dann nach rechts queren.
  • Vom großen Loch beim 1. Band kann der Stand unter dem ersten Dach direkt erreicht werden. Nicht so wie wir am Zwischenstand an schlechten Normalhaken stand machen, sondern links weiter klettern bis der Stand ca. 3m unterhalb des Daches mit BH kommt.
  • Nach oben raus steckt dann weniger fixes Material – hier wird die Route aber auch um einiges leichter und sollte kein Problem mehr darstellen.

Abstieg:

Vom Ausstieg auf Bändern über Steigspuren Richtung Norden absteigen, später den Spuren westlich folgen. Es gibt eine Abstiegsmöglichkeit aufgrund eines Bergsturzes aus dem Sommer 2011, die bei einem Stein mit einer roten “Exit” Markierung aufwärts abzweigt. Der ursprüngliche Weg führt im orografisch linken Sinne um den großen Kessel am Hang herum Richtung Rif. Giussani. Dieser Weg war im Sep.2018 gut gangbar, es gibt jedoch einige ausgesetzte Stellen. Es stecken tw. recht neue Klebehaken. 

Nach dem Erreichen des Wanderwegs unterhalb des Rifugios umschwierig über diesen retour zum Parkplatz.

Wichtig: Die Hütte ist nur zu Öffnungszeiten mit dem PKW erreichbar, ansonsten ist die Schranke unten an der Strasse geschlossen.

Als Topo hat uns das aus dem Lobo-Edition Führer Dolomiten Band Nord (4. Auflage) am besten gefallen. Passte wirklich gut!