Die schönen Herbsttage Mitte November verlangten nach einer sonnenexponierten Südwand, um noch einige alpine Klettermetern zu sammeln. Was passt da besser als die relativ kurzen und gut gesicherten Routen im Tannheimer Tal? Aus dem Südwesten Deutschlands verkehrstechnisch recht gut zu erreichen, bieten die Wände von Gimpel, Roter Flüh&Co. klettertechnisch sehr viele Möglichkeiten. Das ganze ist gut beschrieben im Kletterführer Allgäu&Ammergau aus dem Panico-Verlag.

Mit Niklas machte ich mich früh morgens von Augsburg auf den Weg. Gegen halb 8 waren wir ab Parkplatz in Nesselwängle startklar und machten uns an den gemütlichen Zustieg. Gegen halb 9 passierten wir das Gimpelhaus und steigen weiter Richtung Gimpel, um dann unter der Südostwand die Neue Südostkante (UIAA 6, 280m, 10 SL) anzugehen. Um kurz nach 9 waren wir nach dem Topostudium startklar und ich nahm mich der ersten Seillänge an, die nach einem kurzen Kaltstart gutmütig zum Standplatz hochleitet.

Die Kletterei war durchweg sehr schön, da die Linie zwar nicht dem logischen Routenverlauf, wohl aber dem besten Fels in diesem Bereich folgte. Über teilweise recht interessante Plattenstellen (6. Grad)  gings gemütlich in 10 Seillängen zum Gipfel, den wir gegen 14 Uhr erreichten.

Die letzte Seillänge hat mit persönlich am besten gefallen. Gut abgesichert, sehr exponiert und super Kletterbewegungen.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten herbstlichen Seite. Während auf den umliegenden Gipfeln und Schattenhängen schon der erste Schnee lag, kletterten wir durchwegs im warmen Fels. Doch kaum am Gipfel, merkten wir durch den schon frischen Wind, dass es doch schon Spätherbst war…