Das Internet zwitscherte wie so häufig von recht guten Eisverhältnissen im Sellrain. Die Route Domenicus stand besser als in vielen anderen Jahren, sodass ein Versuch durchaus lohnen würde.

Als Zustieg kletterten wir 2 Seillängen über den sehr populären “Easy Afternoon” (ca. WI4, 90m). Bohrhakenstand am Ende der 2. SL. Über ein steiles Band ging es nun hinauf zum bereits sichtbaren Zapfen, der sich dieses Jahr sehr gut gebildet hat.

Da ich bisher erst einmal an einem freihängenden Zapfen geklettert bin, war ich sehr froh um die zahlreichen Bohrhaken, die die Absicherung recht unkompliziert gestaltet haben. Lediglich die Position des Scherers sollte gut überlegt werden, um im Falle einer Kollabieren nicht getroffen zu werden.

Am Anfang über plattige Hooks, später steiler werdend, erreichte ich den Beginn des optisch stabileren Teils des Zapfens. Frei ging’s (noch) nicht, und der Tipp von Timon irgendwann einfach zum Zapfen auszuspreizen war Gold wert.

Einmal zum Zapfen ausgespreitzt, musste ich nun 4-5m klettern, bis ich die erste Schraube gesetzt hatte. Es war recht kalt zum Zeitpunkt der Begehung, sodass das Eis recht spröde war und ich daher mehr hookte denn mein Gerät eingeschlagen habe. Bald war der Bohrhakenstand erreicht und ich hatte einiges dazugelernt.

Der Partner führte souverän die 2. Seillänge bis zum Ausstieg entlang einer gar nicht so einfach zu kletternden Verschneidung über stellenweise recht röhriges Eis.

Vom letzten Stand erreichten wir mittels Eissanduhr und 1x60m abseilen (im Prinzip übe den oberen Teil von Easy Afternoon) wieder das Band. 

Domenicus, Bewertung M8 oder M7 A0, WI 5- (2. SL)

Zustieg: Vom kostenpflichtigen Parkplatz in Lüsens ca. 15min auf Loipe taleinwärts, bis linkerhand zum Easy Afternoon aufgestiegen werden kann (meist Spur vorhanden, viel Kursbetrieb). 

Literatur: Eiskletterführer Tirol

Achtung auf sichere Schneeverhältnisse auf dem Band!