Für unseren nächsten Cogne-Tag haben wir uns einen Superklassiker vorgenommen: E tutto relativo (WI4+) bietet mit seinen 5 Seillängen abwechslungsreiche Kletterei. Die Schlüsselstelle ist eine 15m-Säule. Christian und Björn berichteten von ihrem Versuch am Vortrag, dass diese jedoch nicht so gut gewachsen sei wie in den Jahren zuvor.

Ursprünglich mit dem Plan gestartet, den Tuborg (WI5) zu klettern, waren wir am frühen Morgen von Lillaz gestartet. Optimistisch war ich in die erste Seillänge gestartet, musste mir jedoch eingestehen, dass ich noch nicht über die nötigen Reserven verfügte, um diese WI5-Seillänge sauber durchzusteigen. So entschloss ich mich die Seillänge wieder abzuklettern. Da von den Tourenpartnern auch keiner vorsteigen wollte, blieb nur die Planänderung, und die hieß in diesem Fall eben E tutto relativo (WI 4+).

Insofern waren wir eben erst um 12 Uhr am Einstieg, sodass wir die vorherkletternde Seilschaft gerade oberhalb der Säule hinter einer Kante verschwinden sahen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, einen solchen Klassiker ganz für sich zu haben, man muss nur antizyklisch klettern!

L1, WI 2-3: Ein gemütlicher Start in bestem Kompakteis ohne Schwierigkeit. Der Stand an zwei Bohrhaken befindet sich hinter der Kante auf der linken Begrenzungsseite.

L2, WI 2: Diese Seillänge ließe sich bei Bedarf auch in Kombination mit L1 absolvieren, sind es doch nur ca. 20m, die man bis zum geschützten Standplatz an Bohrhaken in der Nische links von der Säule klettert. Wir entschieden uns zum sauberen Sichern und erreichten auch so den Standplatz. Alternativ (vor allem bei mehr Eis) kann auch rechts an Bäumen ein Stand bezogen werden.

L3, WI 4+: So, die Schlüsselseillänge! Die Säule ist nicht so gut gewachsen wie in den Jahren zuvor und hatte an ihrer Basis lediglich einen Durchmesser von 60cm. Nach oben vergrößerte sich die Säule im Durchmesser deutlich, was die Begehung deutlich vereinfachte. Die Säule war zwar steil, aber eben auch gut ausgehackt. Mit einem kühlen Kopf konnte ich die dann auch sauber durchziehen, die Erleichterung war groß! Christian und Michi stiegen einzeln nach, um sich gegenseitig beim Klettern nicht in die Quere zu kommen. Stand an Bohrhaken.

L4, WI 3/ L5, WI 3: Die Ausstiegsseillängen schienen Routine nach der vorangegangenen Seillänge. Und so war es dann auch. Über herrlich gestuftes Gelände mit kurzen Steilstufen konnten wir die Tour noch einmal so richtig genießen. Nach dem letzten Stand an Sanduhrschlingen kann das Seil getrost aufgenommen werden.

Abstieg: Vom letzten Stand stiegen wir noch 20m weiter. Dann linkshaltendend erst durch den Wand und später durch eine Steile Rinne linkshaltend zurück zum Ausgangpunkt.

Leider ist die Fotoauswahl nicht wie gewohnt, aber zwischendurch musste ich halt auch mal die Hände von der Kamera an die Eisgeräte bewegen…

Facts:

Tuborg, WI5

Eine gute Beschreibung mit relevanten Informationen inkl. Topo gibt’s hier! Im Gegensatz zur WI 5- Bewertung vom Marcel würde ich hier glatt WI 5 auswerfen. Eis steht halt nicht jedes Jahr gleich.

E tutto relativo (WI 4+, 5 Seillängen)

Beängstigend beliebter (zu Recht!) Eisfall im Tal südlich von Lillaz. Zustieg: Von Lillaz das Tal hinauf. Nach einer kleinen Anhöhe wieder ein Stück hinab und dasnn linkshaltend hinauf zum Einstieg.

Material: 10 Schrauben. Alle Stände sind auch zum Abseilen geeignet, dies ist wegen des schnellen Abstieges jedoch meist die schlechtere Wahl.