Nach dem Alpinkletterkurs in Arco, den ich als Ausbilder leitete, traf ich mich mit Bernd im schönen Ist, um von dort aus gemeinsam weiter ins Kaunertal zu fahren. Im Gegensatz zu allen anderen Touren gönnte ich mir diesmal aus praktischen Gründen sogar ein richtiges Hotelbett – mit allem Komfort was sich so für ein Hotel eben gehört!
Am nächsten Morgen hieß es zeitig aufstehen. Gemächlich fuhren wir die kaunervaler Gletscherstraße taleinwärts und parkten oberhalb des Stausees.

Nach dem wiederholten Auf- und Abschnallen der Ski auf der Forststrasse Richtung Nassereiner Alm öffnete sich der Blick nach der Waldgrenze hinein ins Kaiserbergtal. Die Schneemengen waren hier Anfang April ebenfalls weit unterdurchschnittlich. Zum Glück mussten wir die Ski nicht noch einmal tragen und gewannen im flachen Talverlauf zwar viel an Vortrieb, aber nicht an Höhe!

Das Wetter zeigte sich leider nicht von seiner besten Seite. Immer wieder zogen recht dunkle Wolken auf. Daher mussten wir trotz der vergleichsweise hohen Temperaturen und der jahreszeitlich bereits starken Sonneneinstrahlung keinen so frühen Startzeitpunkt wählen, um noch einen guten Firn auf der Abfahrt zu haben – so hofften wir.
Nach der ersten Steilstufe erreichten wir kupiertes Gelände. Bei der schlechten Sicht war die Orientierung nicht ganz einfach. Geschickt legten wir die Spur mit gleichmäßiger Steilheit in Richtung des abschließenden Gipfelhangs – dieser ist über 40° steil.

Durch eine 42° steile Rinne erreichten wir den Verbindungsgrat zwischen Atemkogel und Fissladkopf. Die Skier montierten wir dabei sicherheitshalber auf den Rucksack. Während Bernd am Grat schon mal die Felle abzog, sprang ich noch auf den Gipfel hinauf und fuhr über den recht ausgesetzten Grat direkt wieder bis zu ihm ab. Gemeinsam sprangen bzw. liefen wir dann durch die Rinne und weiter über perfekt (!) aufgefirnte Hänge Richtung Tal. Der Plan war zum Glück voll aufgegangen, der etwas spätere Start belohnte uns doch noch mit einer tollen Firnabfahrt!

Eine perfekte Tourenbeschreibung gibts auf www.alpenvereinaktiv.de: