Nah am nichts – so könnte man die Daunenjacke Course vom deutschen Daunenspezialisten Yeti bezeichnen. Mit gerade einmal 410g ist sie die leichteste Daunenjacke in H-Kammer-Konstruktion am Markt. Doch kann das Leichtgewicht auch in punkto Komfort und Haltbarkeit auf Tour punkten? Ich habe dies auf verschiedenen Hochtouren in den Ötztaler Alpen getestet und möchte euch diese Erfahrungen nicht vorenthalten.

Bevor ich auf den eigentlichen Jackentest zu sprechen komme, möchte ich ein paar Worte zur Daunenqualität bei Yeti verlieren. Grundsätzlich gilt: Daune isoliert besser als jede Kunstfaser. Es ist technisch nicht möglich, die Isolationswerte der besten Daune zu kopieren. Das hat uns die Natur einfach voraus. In der Course Daunenjacke kommt europäische Gänsedaune mit 800+ cuin zum Einsatz. Dieser Wert spiegelt die hohe Isolationsfähigkeit wider. Die Füllung besteht zu 95% aus Isolationsfedern und zu 5% aus Stützfedern – klar das hochwertige Daune nur einen geringen Anteil Stützfedern benötigt. Wer mehr über dieses Thema erfahren möchte, kann sich auf den Seiten von Yeti einmal im Detail informieren.

Die Course Daunenjacke ist mit H-Kammern zur Daunenfüllung konstruiert. Würde man Daunen einfach zwischen die äußere und innere Schicht der Jacke platzieren, würden diese verrutschen und die Isolationsfähigkeit der Jacke ist nicht mehr vollständig gewährleistet. Daher baut man einzelne Daunenkammern, in denen die Daunen so liegen, dass sie nicht verrutschen können. Das Problem bei einer Kammerkonstruktion sind jedoch die durch die Nähte entstehenden Kältebrücken. Daher bedarf es einer besonderen Konstruktion, damit Daunen weder verrutschen noch Kältebrücken entstehen. Yeti löst dies durch die – richtig- H-Kammer-Konstruktion.

Schon bei der Lieferung fiel auf, wie unglaublich leicht diese Jacke im Verhältnis zur Kartongröße war (und die Jacke passte gerade so rein!). Beim Rucksackpacken ist besonders vorteilhaft, dass man die Daunenjacke sehr klein in der linken Seitentasche auf das Volumen von zwei großen Äpfeln komprimieren kann. So bleibt genügend Platz für Klettermaterial und Verpflegung. Auf Tour haben mit besonders – klar, was sonst – die hohe Wärmeleistung bei niedrigem Gewicht gefallen.

Bei einer Rast an windigen und exponierten Plätzen ist der etwas längere Schnitt der Daunenjacke auch über das Gesäß hinaus hervorzuheben. Vergleichbare Modelle sind (vielleicht aus Gewichtsgründen?) etwas weniger lang geschnitten. Auch beim Tragen eines Klettergurtes ist der lange Schnitt praktisch, weil dann die Jacke nicht unter dem Gurt hervorrutscht. Gegen kalten Wind hilft auch der hoch verschließbare Kragen.

Das Außenmaterial ist mit 20,5g/Quadratmeter als nicht wirklich schwer zu bezeichnen. Dafür ist es jedoch ausgesprochen robust, selbst leichten Felskontakt steckt die Jacke locker weg.

Einige Verbesserungsvorschläge sind mir beim Test der Yeti Course Daunenjacke jedoch auch aufgefallen. Leider sind die zwei RV-Fronttaschen beim Tragen eines Klettergurtes oder bei geschlossenem Rucksackgurt nicht nutzbar. Die Taschen sind dafür leider zu tief angeordnet. Ein weiterer Verbesserungsvorschlag betrifft die Kapuze: Möchte man über den Helm die Kapuze ziehen, ist dies nur schwer möglich, da die Kapuze für den Helm zu klein geschnitten ist. Die Kapuze unter dem Helm zu tagen macht wenig Sinn, da erstens die Insolationswirkung der Daunenkapuze gestört ist und zweitens oftmals eine Daunenkapuze nicht unter den Helm passt.

Fazit: Die Course Daunenjacke von Yeti hat das Potential, eine wirklich gute Isolationsjacke für Bergsteiger und Kletterer zu sein! Mit Füllung, Schnitt und Obermaterial bin ich sehr zufrieden. Auch Gewicht und Packmaß sind extrem gut. Lediglich bei der Taschenanordnung und der Kapuze besteht noch etwas Verbesserungspotential. Ich empfehle die Jacke trotzdem für alle Kletterer, Bergsteiger, Skitourengänger und notorisch frierende Leute.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Yeti für die Jacke. Diese wurde mir für einen unabhängigen Test zur Verfügung gestellt.