In den letzten Monaten habe ich einen individuellen Ausbau für meinen VW Caddy (Baujahr 11/2010) realisieren können.

Folgende Anforderungen wurden dabei berücksichtigt:

  • Im Vorfeld fiel bereits die PKW-Kaufentscheidung zugunsten eines VW Caddy. Klar, auch ich träume von einem VW Bus, der ist mir zur zeit aber einfach für meine technischen Anforderungen zu teuer. Ich wollte ein technisch einwandfreies Fahrzeug mit relativ geringer Laufleistung und finanzierbarem Unterhalt. Und da kam nach Recherchen eben ein Caddy infrage.
  • Der Ausbau sollte für zwei Personen eine Liegefläche bilden.
  • Der Stauraum muss möglichst groß sein. Irgendwie hab ich immer viel Zeug dabei! Auch Skier dürfen kein Hindernis darstellen, sondern müssen sich vernünftig verstauen lassen.
  • Der Ausbau sollte möglichst günstig sein. Klassischer Zielkonflikt.
  • Ich wollte mir die Möglichkeit offenhalten, das ganze System flexibel zu halten. Also Kombination Ausbau mit 5 Sitzplätzen muss möglich sein, möchte man z.B. noch Leute mitnehmen.
  • Um noch mehr Stauraum zu erhalten, muss der Ausbau auch durch Entfernen der Rücksitzbank nutzbar sein. Sinnvoll bei längeren Reisen, wo einfach mehr Lebensmittel und mehr Ausrüstung dabei ist. Und spart nebenbei noch Gewicht somit Kraftstoff.
  • Eine gewisse Gemütlichkeit darf schon aufkommen. Also  „richtige“ Matratze statt LuMa!
  • Da ich keine Ambitionen habe, den Ausbau vom TÜV prüfen zu lassen, darf dieser nicht am PKW fixiert werden.

 

Auf Basis dieser Anforderungen habe ich eine Marktrecherche gemacht. Folgende Quellen haben mir geholfen, meinen ganz eigenen Caddy-Ausbau zunächst einmal gedanklich zu realisieren:

  • Skippy-Campingmodule. Klein+fein mit pfiffigen Ausbau-Ideen aus der Praxis. Leider zu wenig Stauraum unter dem Bett (nur 300mm hoch).
  • Reimo. Recht großes Angebot, jedoch gleiches Problem wie beim Skippy. Coole Lösung: Caddy maxi mit Hochdach (!), für mich preislich aber nicht drin.
  • Immer wieder Ulligunde 😉 ne im Ernst, auch hier eine Inspiration. Nämlich dass selber machen gar nicht so schwer ist. Keep it simple.
  • Blog von Thomas Guthmann. Hier reifte für mich die Idee, ein klappbares Bett zu konstruieren. Um bei Bedarf auch die Vordersitze nutzen zu können.

Nach dieser Recherche und weiteren eigenen Überlegungen ergab sich für mich folgender Gedanken: Ein gekaufter Ausbau schied aus. Kernanforderungen konnten nicht erfüllt werden und auch preislich waren die recht teuer. Also: Selbermachen! Folgende Merkmale weisst mein ganz persönlicher Caddy Camping Ausbau auf:

  • Liegefläche von 112cmx180cm
  • Einschubhöhe im Kofferraum für Gepäck von 450mm, Aufteilung im Euro-Boxen-Format
  • Durchlademöglichkeit für Ski
  • Nutzung mit oder ohne Rücksitzbank möglich. Bei eingebauter Rücksitzbank können 5 Personen reisen, bei ausgebauter Rücksitzbank fast unendlich viel Stauraum…

Die Umsetzung begann mit der Materialauswahl. Aus Gewichtsgründen habe ich mich für 9mm Multiplex-Platten für das Kofferraum-Modul entschieden. Die ausklappbare Platte hat 22mm Stärke, da diese selbsttragend ist. Als Verbindungselemente für das Kofferraummodul dienten selbstgeschnittene Buchenleisten (20x25mm). Die Stützen bzw. Träger für die Schlafplatte bestehen aus ITEM-Industrieprofilen (Aluminium, 40x40mm). Als Bodenplatte für das Kofferraummodul ist eine 3mm Multiplexplatte ausreichend.

 

Aufbau der Seitenelemente:

Die Seitenwände sind zur Sitzbank hin abgeschrägt, sodass diese bis an den Sitz heranreichen. Im Anschluss die Liegeplatte und die Rückwand (zum Sitz hin) verschraubt und fertig war das Kofferraummodul. Im Anschluss habe ich dieses mit quer unter der Liegeplatte verschraubten Buchenleisten verstärkt, ansonsten wäre das 9mm Material definitiv zu dünn.

Den 2. „Bauabschnitt“ bildete die Konstruktion der vorderen Schlafplatte inkl. Unterkonstruktion. Da das Umklappen der kompletten Schlafplatte aufgrund der fahrzeughohe nicht funktioniert, ist diese ähnlich einer Ziehharmonika unterteilt und ruht im ausgeklappten Zustand auf ITEM-Profilen. Die Herausforderung war, dass die Schlafplatte sowohl mit als auch ohne Rücksitzbank nutzbar sein muss. Für den ersten Fall habe ich mir eine Unterkonstruktion aus einem massiven Kantholz mit quer montierten ITEM-Profilen gebaut. Diese ist exakt 150mm hoch, sodass bei ausgeklappter Schlafplatte eine ebene Liegefläche entsteht. Die Schlafplatte hat auf jeder Seite von unten 2 Bohrungen. Darin können jeweils 2 Schrauben verrasten, die an den Profilen montiert sind.

Im folgenden Bild ist die Schlafplatte zwar ausgeklappt, aber im „Fahrtmodus“. Daher liegt auch das Kantholz mit den Querträger etwas weiter hinten. Um die Platte vorne auszuschwenken, müssen die Vordersitze ganz nach vorne. Dann erhält man eine Liegefläche von 180cm Länge. Für eine längere Liegefläche müssten die Vordersitze nach vorn gedreht werden.

Um auch mit ausgebauter Rücksitzbank reisen und schlafen zu können, war eine weitere Unterkonstruktion erforderlich. Zwei senkrecht stehende ITEM-Profile tragen die Querträger, auf der wiederum die Schlafplatte liegt. Die senkrechten Profile sind an den Aufnahmen der Rücksitzbank fest verschraubt. Aus sicherheits- und rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass die Profile nur bei stehendem Fahrzeug verschraubt sein dürfen.

Die Schlafplatte wurde im Anschluss mit Teppich bezogen. Darauf liegt dann eine bezogene Matratze. LED-Lichterkette und Vorhänge (noch zu erledigen) machen den Caddy richtig wohnlich. In den kommenden Tagen werde ich sicher noch mehr Bilder zu diesem Beitrag hinzufügen, also schaut ggf. in einer Zeit nochmal vorbei.

Auf Anfrage kann ich euch gerne weitere Tipps zu diesem Caddy-Ausbau geben. Am besten einfach per Mail an lukas@felsundeis.info oder über das untenstehende Kontaktformular.