Dienstag, 12.03.12

Nach einem traumhaften Schlaf unter den Daunendecken in der Hollandiahütte ging es um 6 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes aus den Federn. Trotz der großen Schlafhöhe von 3240m schlief ich erstaunlich gut. Nach dem Frühstück machten wir uns gegen 07.15 Uhr auf dem Weg zum Mittaghorn (3892m). Hinter uns brach – etwas später – eine internationale Gruppe von ca. 8 Leuten auf, die uns jedoch auf der Hälfte der Weges einholten. Anfangs gings über den Aebeni-Flue Firn noch ganz gemächlich dahin, später hinauf zum Anujoch (3629m) wurde es dann schon steiler!

Auf dem Weg zum Gipfel

Auf dem Weg zum Gipfel

Am Skidepot wechselten wir auf Steigeisen und Pickel, der leichte Grat forderte uns! Vor dem letzten Gipfelaufschwung mussten wir jedoch umkehren, weil der Grat zu vereist war und wir dementsprechend alles hätten sichern müssten. Schade! Die andere Gruppe, die offensichtlich die Abfahrt über die skitechnisch sehr lohnende SW-flanke geplant hatte, musste ebenfalls umkehren. Nach der Abfahrt durch den frischen Pulverschnee saßen wir um 12.15 Uhr wieder auf der Hütte und überlegten bei einer kurzen Rast, was wir mit dem restlichen Tag noch tun. Zur Konkordiahütte (2850m) wollten wir!

Die Konkordiahütte ist noch weit weg

Die Konkordiahütte ist noch weit weg

Wir ließen uns nicht von ca. 8 km Distanz und dem weitläufigen Gletschergebiet abschrecken, was bei schlechten Sichtverhältnissen durchaus zu Orientierungsproblemen führen kann. Gegen 13.15 Uhr machten wir uns ein zweites Mal von der Hollandiahütte auf den Weg, aber diesmal fuhren wir fast genau nach Osten unter der mächtigen Nordwand des Aletschhorn (4193m) her. Das Wetter wechselte nun leider ständig zwischen Schneefall, Sonne und White-Out. Im White-Out kann man keinen unterschied zwischen Himmel und Erde erkennen, man läuft bzw. fährt praktisch im Nichts. Gerade auf einem (zum Glück hier sehr spaltenarmen) Gletscher sehr interessant 😉

Fantastische Aussicht von der Konkordiahütte

Fantastische Aussicht von der Konkordiahütte

Der Marsch erschien wieder einmal endlos, das Ziel schon lange vor Augen gingen wir, was die Beine hergaben, über den Großen Aletschfirn, immer Kurs 85 Grad Ost. In einer Phase guter Sicht peilte ich die Hütte mit dem Kompass an, wer weis ob wir den richtigen Weg finden, wenn der Nebel wieder aufzieht. Erst gegen 16.45 Uhr kamen wir an den schon fast legendären Treppen an, die uns hinauf zur Konkordiahütte führen sollen. Durch das Abschmelzen des Gletschers muss diese Treppe jedes Jahr verlängert werden (das Eis am Konkordiaplatz ist trotzdem noch ca. 900m bis 1000m dick). Nachdem wir noch einmal rund 150 HM zurückgelegt hatten, erreichten wir die Konkordiahütte. Wir waren die ersten Gäste des Jahres: Was für eine Punktlandung!