Als Training für große Wintertouren ist das Allgäu ein schönes Ziel. Und die Touren an sich haben es ja teilweise schon in sich. Am letzten Wochenende war ich mit Chris Romeike und Phillip Moser, den Machern von hiking4, an der Trettach unterwegs. Früh um 4 Uhr ging es von Ulm aus in die Berge, und um 5.45 Uhr liefen wir vom Parkplatz der Fellhornbahn los. Mountainbikes hatten wir keine, sodass wir den langen Talweg Richtung Einödsbach zu Fuß zurücklegten. Kurz nach dem Turbinenhaus schlugen wir den Weg in Richtung der Hinteren Einödberg-Alp ein.

Steil ging aufwärts, an der Alp vorbei und nach dem Wildengundkopf hatten wir einen guten Blick auf das Tagesziel. Wir querten unproblematisch in das Kar hinein und schauten uns die Überschreitung der Tretfach noch einmal aus der Nähe an: Aufstieg über den Nordostgrat (III), Abstieg über den Nordwestgrat (III). Mal spurend erreichten wir eine kleine Scharte, die den Beginn des Grates markierte. Da wir kein Seil oder sonstige Sicherungsmittel dabei hatten, war ab jetzt konzentriertes Klettern in den verschneiten Platten angesagt.

Nach einer ersten Wasserrillenplatte kam ein kurzes Schneeband, bevor es über eine Verschneidung auf ein Schneefeld ging. Der Weiterweg über verschneite Platten sah sehr anspruchsvoll aus. Da wir keine Sicherung dabeihatten (geschweige dann man hätte vernünftig sichern können), entschlossen wir uns hier zur Umkehr. Konzentriertes Abklären war angesagt. Wir querten durch das gut mit Triebschnee gefüllte Kar zum Nordwestgrat hinüber. Da die Lawinengefahr nicht unerheblich war, hielten wir Abstände ein. Die Rinne zu Beginn des Grates war komplett verschneit und bot teilweise 60 Grad steile Kletterei in häufig gutem “Styroporschnee”, stellenweise war aber auch mal “Wühlen” angesagt 😉

Endlich wurde der Schnee weniger, und wir kletterten fast nur noch im schneefreien Fels seilfrei. Der Kamin (III) bot dabei recht interessante Kletterei, bevor es zum Gipfel hin immer flacher wurde.

Den Gipfel erreichten wir dann um 12.55 Uhr, die Aktion am Nordostgrat hatte doch seine Zeit gedauert…Was solls, es hat trotzdem Spaß gemacht und gelernt haben wir auch ne Menge! Schreinen wir die Freunde heraus, oder wars der kalte Wind?!

Seis drum, hat mal wieder viel Spaß gemacht im Allgäu unterwegs zu sein. Auch wenn sich der Abstieg der 1700 Hm zum Auto noch ne Weile hinzog..

Danke für die tolle Tour Jungs!

Wer mehr über die Klettermöglichkeiten an der Trettachspitze erfahren möchte, dem ist der Kletterführer Allgäu&Ammergau aus dem Panico-Verlag oder dieser Artikel recht hilfreich.